Montag, 27. Oktober 2014

Miteinander gegen die Postdemokratie


Die Kommunikation politischer Akteure ist für die Bürger fast ausschließlich ein parteipolitisches Gegeneinander das mitunter auch medial inszeniert dargestellt wird, denn auch die Medien brauchen ihre Geschichten. Politiker und Politikerinnen verlieren dadurch und aus verschiedenen anderen Gründen immer mehr ihre Glaubwürdigkeit und Authentizität, postdemokratische Zustände können die Folge sein. Diese Unzufriedenheit gegenüber der Politik mündet in zwei unterschiedliche Strömungen: 
die eine Strömung verläuft in Richtung Politiker- und Parteiverdrossenheit und äußert sich durch geringe Wahlbeteiligung und Protestwählen. Die zweite Strömung stellt das Gegenteil von verdrossenen Bürgern dar, es sind die Aufständischen, die Wut- bzw. Mutbürger, die die sich auflehnen, aufzeigen, mitreden und mitbestimmen wollen. Diese Menschen tun dies aus  freiwilligen Stücken, sie organisieren private Bürgerinitiativen, oder engagieren sich bei bereits bestehenden Projekten. Diese Form von Beteiligung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, hier wird Demokratie in ihrer reinsten Form gelebt, und hier findet man Proteste genauso wie dialogisch-orientierte Bürgerbeteiligung. 

Doch auch die Politik hat die Forderung nach mehr Mitbestimmung erkannt und bietet ein dementsprechendes Angebot des Mitredens, Mitbestimmens und der Beteiligung. Die Bürger werden eingeladen sich zu beteiligen. Die politischen Akteure erkennen offensichtlich immer mehr, dass politische Kommunikation und vor allem die Kommunikation mit den Wählern nicht mehr ausschließlich asymmetrisch, also über mediengestützte Massenkommunikation stattfinden kann, da sich die Bürger auch zwischenmenschliche Kommunikation, wo sie ihre Meinungen und Stellungnahmen face to face kommunizieren können, wünschen. 

Um einer Postdemokratie vorzubeugen benötigen wir einen aktiven Demokratisierungsprozess. Partizipative Demokratie mit dialogischen Kommunikationsformaten- und methoden könnte die Möglichkeit bieten Akzeptanz für die Verschiedenartigkeiten von Meinungen zu schaffen und eine neue Denkkultur und einen kollektiven Konsens zu etablieren. Es gibt viele Kommunikationsformate- und methoden, hier eine kleine Auswahl:
  • Bürgerrat
  • Dynamic Facilitation
  • Dialog
  • Mediation
  • Open Space
  • World Café
  • Zukunftswerkstatt
Mehr Information dazu: www.partizipation.at

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